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Arbeiterlosigkeit - wie? Und was hilft!

Aus aktuellem Anlass könnte man sagen. Auf einem Jobportal durfte ich lesen: Arbeitsvermittler/-in (w/m/d) mit Beratungs- aufgaben in Voll- oder Teilzeit im Jobcenter - (Arbeitsort: Baden-Baden)! Nein es ist keine Satire, ein staatliches Jobcenter, die Agentur für Arbeit, das frühere „Arbeitsamt“ sucht  über eine  Online Agentur Mitarbeiter um ihre eigenen Stellen zu besetzen. Nein es ist keine Satire, das kann man sich nicht ausdenken.


Armes Deutschland. Menschen kommen zu uns, über das Mittelmeer, die EU steht am Ufer und sieht wie Menschen, deren einzige Hoffnung unser Europa ist, nachdem wir durch unsere Wunderjahre deren Lebensgrundlage genommen haben.oder die vor Kriegen fliehen, im wahrsten Sinne absaufen! Wo ist die Schamgrenze unserer Politiker, die muss man suchen. Wenn Gott gerecht ist, dann werden wir hier, arrogant und überheblich, eine neue Sinflut erleben. Alles andere wäre ungerecht. Soweit das musste ich mir von der Seele schreiben, jetzt zurück zum Thema:


Arbeiterlosigkeit, diesen Begriff musste ich selbst erst einmal lernen, auf den hat mich mein Neffe gebracht. Er ist Manager in einem großen Industrie Unternehmen. Der Schöpfer dieses Begriffes "Arbeiterlosigkeit" ist vermutlich Sebastian Dettmers, der diesen Begriff als Titel seines Buches nahm: „Die große Arbeiterlosigkeit.“


Dabei haben vermutlich große Industrieunternehmen am wenigsten unter unbeantworteten Stellenausschreibungen zu leiden. Die haben zur Zeit ganz andere Sorgen. Durch  steigende Energiekosten, die marode Infrastruktur, die hohen Arbeitsnebenkosten, der schleppende  Ausbau der 5 G Netze (auf dem Stand eines Entwicklungslandes, nett formuliert..) sind Anlass für namhafte Unternehmen ihre Standorte in Deutschland runterzufahren, das heißt auch Arbeitsplätze abzubauen und im europäischen Ausland zu investieren.



Ja es ist sogar so, dass sogar der öffentliche Dienst mehr Zulauf als je zuvor erhält. Selbst eine Kariere als Berufssoldat für viele junge Arbeitnehmer*innen als Berufswunsch interessant erscheint. In einer Welt in der die Unsicherheiten zunehmen KI die Sicherheit bestehender Arbeitsplätze bedroht und sich nicht jeder Berufssuchende den typischen Merkmalen der Generation Z zurechnet.


KMU - Klein- Und Mittelständige Unternehmen haben hier eindeutig das Nachsehen, insbesondere wenn sie sich nicht dieser beiden den Arbeitsmarkt bestimmenden Faktoren bewusst sind: Arbeiterlosigkeit und Generation Z.


Einen Teil der KMU Range trifft diese neue Arbeitswelt besonders hart. Denn auf Grund nicht optimiertem Workflow, einem für heutige Verhältnisse, nicht mehr zeitgemässen Digitalisierungsgrades. Oder sich der Tatsache nicht bewusst, dass Management und Führung nicht das Gleiche bedeuten und sich oft ihrer Führungsschwäche im gesamten Unternehmen gar nicht bewusst sind, man sich augenscheinlich auf das Management in Vertrieb und Marketing und das Tagesgeschäft konzentriert


Daraus folgt, um ein positives Betriebsergebnis dann letztendlich doch noch zu erreichen, ein hoher Personalstand notwendig ist, was gleichzeitig bedingt, dass die Gehälter eher durchschnittlich sind. Gleichzeitig wird eine „Identifikation“ mit dem Unternehmen erwartet, erwartete Überstunden sind oft die Regel und nicht die Ausnahme. Mitarbeiter werden in  solchen Unternehmen als Leistungserbringer definiert, genauso wie die Kunden, ebenfalls - in der Definition des Unternehmens - „Leistungserbringer“sind,  in diesem Fall besteht die Leistung der Kunden zu Käufern zu werden.  


Viele Unternehmer wollen einfach nicht glauben, dass Mitarbeiter nicht nur des Gehaltes wegen ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, sondern dass Arbeit im besten Fall eine sinnspendende Funktion hat und dass Unternehmen nicht nur unter einem wirtschaftlichen Aspekt zu betrachten sind, sondern als ein soziales und kulturelles  System betrachtet werden kann .


Jedes Unternehmen bekommt die Mitarbeiter die es verdient!


Mitarbeiter, oder soll man  das in diesem Fall unpersönlicher umschreiben mit „Personal“ die sich mit dieser Arbeitsform, sagen wir ganz nach dem Motto: „Klappe halten und einfach durch“ arrangiert haben, und im gleichen Trott wie die Geschäftsleitung dann „funktionieren“, sind dann das Ergebnis. Erfüllend, sinngebend, erfreuliche Momente, befriedigend, solche Adjektive sucht man dann vergebend. Es gibt Menschen, die damit zufrieden sind, und es gibt Unternehmen, die keine höheren Ansprüche an ihre Mitarbeiter haben (ist das wirklich so?). Diejenigen, die ihre Persönlichkeit noch nicht an der Eingangstür abgeben haben, haben bereits eine innere Kündigung vollzogen.


Diese Mitarbeiter, oft langjährig im Unternehmen tätig, hatten früher das - nennen wir es ruhig - Schicksal schwer sich noch einmal neu zu bewerben. Das liegt einerseits daran, dass sich Menschen mit Veränderung schwer tun, da muss der Leidensdruck schon ziemlich hoch sein um sich dann doch beruflich neu zu orientieren. Andererseits war die Situation oft so, dass in verschiedenen Branchen und Berufsbildern nahezu Vollbeschäftigung herrschte und Unternehmen sich im Bewerbungsprozess eher für Jüngere, zwar mit weniger oder keinem Erfahrungsschatz, aber auch günstiger zu haben, entschieden haben.


Doch wir leben in anderen Zeiten, wie schon oben angesprochen in Zeiten, gerne so wie es die Taz tituliert: „Mehr Arbeit als Leute.“ Heißt, dass selbst langjährige Mitarbeiter in Unternehmen sich umschauen auf dem inzwischen chancenreichen Arbeitsmarkt und bereit sind neue Chancen zu ergreifen. Das verändert jetzt individuell die Möglichkeiten von Mitarbeitern aber unter dem Strich bleiben ja genauso viel Stellen unbesetzt.


Eine Möglichkeit wäre, wenn man sich einmal ansieht, wie schändlich immer noch die Migration von Flüchtlingen behandeln wird. Da werden universitäre Abschlüsse nicht anerkannt. Da wird von „geregelter Migration“ gesprochen, dass man sich brav erst einmal über seine Botschaft Papiere besorgt, sich gleichzeitig in Deutschland dann bei Unternehmen bewirbt. Drauf geschissen! Kann man da nur sagen: Da kommt niemand! Selbst wenn Politiker mit viel Presse-Tamtam in Brasilien und auf den Philippinen um Krankenpfleger betteln. Um hier in Deutschland eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen muss man schon olympischer Hürdensprinter sein.


Und die AFD und die sozialen Netzwerke derer die sich bedienen, sind auch nicht gerade hilfreich im Ausland. Da sollte sich so mancher der von Remigration spricht sich mal über legen, wer ihnen mal im Pflegeheim ihren braunen Arsch abwischt, ein Glatzkopf bestimmt nicht!


Des Weiteren haben wir das Phänomen Generation Z  


(geboren zwischen1995 und 1999) , die Selbstverwirklichung gewichtig neben Ihrer beruflichen Tätigkeit sehen, die keinen Job des Jobs wegen machen, sondern ihre eigenen Werte haben wie ihr berufliches Umfeld auszusehen hat, mit gutem Arbeitsklima, geförderter Aufstieg,  Spaß an der Arbeit, freundschaftlicher, offener, gelebter  Umgangston im Team, sieht gerade in renommierten großen Unternehmen ihre Zukunft als fester Anker in ihrem sonst so turbulenten Leben.


Zu empfehlen hier das Buch „Generation Z: Wie sie tickt, was sie verbindet und warum sie uns alle ansteckt“ von Christian Scholz.

Viele KMU haben noch gar nicht verstanden, dass die Rollen sich verkehrt haben. Nicht die Mitarbeiter müssen sich beim Unternehmen bewerben, sondern das Unternehmen muss sich bei Interessenten bewerben, sich nicht nur vordergründig schön tun, dafür gibt es eine Probezeit.


Früher eine Probezeit, damit das Unternehmen weiß, ob es die richtigen Mitarbeiter gefunden hat, heute eine Probezeit, die der /die neuen Mitarbeiter•innen sich ausbedingen, ob das Unternehmen das richtige Ist und für das man seine kostbare Zeit investiert.


Um den Sprachgebrauch der Generation Z (und all den modernen Mitarbeitern die sich mit deren Idealen sympathisieren) aufzugreifen: Es ist noch viel krasser! Diese Generation Z, die Digital Nativs, haben grandiose Möglichkeiten ein Unternehmen, das ihnen per Stellenanzeigen Avancen macht, zu durchleuchten. Da gibt es Unternehmensbewertungsportale wie Kununu oder Glasdoor, auf denen Mitarbeiter und Ehemalige ihre jetzige oder frühere Joberfahrung in einem Unternehmen beschreiben.


Da ist die Unternehmenskommunikation in Social Media Netzwerken, wie ein Unternehmen hier kommuniziert, sich oder seine Produkte darstellt, seine Ansichten zu Umwelt und Sozialem sich äußert, Stichwort: Employer Branding. Oft sind das schon genug Informationen um eine Entscheidung zu treffen ob man sich überhaupt dem Unternehmen nähert, sprich sich bewirbt oder auch nicht.